DIE FRAU SCHREIBT ÜBER TRENNUNGSGRÜNDE: 7 Gründe – nämlich 2 davon

2016-03-16-00.16.17
Karneval vor einigen Jahren als bärtige Feenprinzessin…und sie hat irgendwas mit ihren Haaren gemacht.

Da sitzen sie, diese beiden bärtigen Blogger (die Alliteration ist für mich wirklich das schmerzhafteste aller rhetorischen Mittel!), vielleicht stehen sie auch oder liegen, sicher ist zumindest, dass sie schreiben. Neulich unter anderem über Gründe, warum sich „die Mitbewohnerin“ und „die Frau, die in unserer Wohnung lebt“, also ich, von ihnen trennen sollten oder auch nicht. Wer sich da jetzt nun von wem trennen soll oder doch bitte nicht und welche Gründe dafür oder dagegen sprechen, das ließe sich nachlesen, was ich im Übrigen dringend anrate, denn es ist lustig! Und höchstwahrscheinlich ist auch einiges unfassbar wahr. Dennoch oder gerade deshalb konnte ich den unbändigen Zwang, meinen Senf zu dem ein oder anderen Hochlicht dazu zu geben, nicht unterdrücken und haue kurzerhand nun etwas mehr raus, als bloß den Katalog eines schwedischen Möbelhauses. Wie uns in gefühlten Jahrzehnten des Germanistik-Studiums eingeprügelt wurde, erfolgt das ganze wie auch schon bei den begnadeten Düsseldorfer Bloggerbärtigen in nummerierter Form. Möge der Spaß beginnen!

1. Er kann nicht putzen

Das Gute ist: Die Belästigung sämtlicher Bewohner durch meine peinlich gründlichen Putzaktionen hält sich in Grenzen, da sie mich selbst nur etwa 4 Mal pro Jahr überkommen.
Das Schlechte ist: Bauchwündige Menschen würden lediglich einmal pro Quartal gefahrlos bei uns auf dem Boden genesen können (wenn man mal von Gefahren durch kniehohe, galoppierende Gummiwürfel absieht). Der in meiner Familie verbreitete Hang zum Medizin- und Gesundheitswesen scheint also auch bei mir durchzuschlagen. Überlege nun, nach den Putzorgien 10€ Praxisgebühr von Besuchern zu erheben. Sie hätten schließlich einen deutlichen Mehrwert. Man muss dazu sagen: Die Küche putze ich nicht. Gelegentlich kann ich mich dazu überwinden, die Spülmaschine zu verwenden, aber auch das ist, wie man bereits lesen konnte, ein äußerst grenzwertiger Akt. Also lebe ich eben damit, dass der Kaffee nach Danklorix und Glasreiniger schmeckt.

Dafür ist das Bad alleine meine Baustelle. Ich weiß nicht, wie es dazu kommen konnte, denn „Klo putzen“ klingt genauso scheiße, wie es ist! Immerhin bekommt dieser Raum der Wohnung öfter als nur 4 Mal im Jahr eine Komplettreinigung. Nämlich 5 Mal. Haha.
Nach der Komplettreinigung des Bades folgt meist die Verbrennung der während des Putzvorgangs getragenen Klamotten (heißt: sie kommen in die Waschmaschine) und anschließend eine Komplettreinigung der mir eigenen fleischgewordenen Mixtur elterlicher Gene. (Ihh, sie hat Fleisch gesagt! Mörder!) Wo sich der Fuchs in den Schwanz beißt, oder die Katze, oder der Hund, denn danach müsste die Duschkabine eigentlich wieder vom nach Chlor duftenden flüssigen Kalk befreit werden, der hier in Düsseldorf aus den Leitungen kommt und „Wasser“ genannt wird. Ob sich schon mal jemand im Bad totgeputzt hat?

Seppo, der mit dem richtigen Bart, fragte sich im ersten Teil:

„Wie wäre es nun, mit einer Mitbewohnerin die Wohnung zu teilen, die ähnlich drauf wäre wie ich? Die also wäre wie die Frau, die in der Wohnung von “Dampfbloquer” lebt, über die er schreibt:

‚Wenn sie geputzt hat, könnte man mit einer offenen Bauchwunde einige Wochen über unseren Boden rutschen und sie würde ohne den Anflug einer Entzündung verheilen. Sie ist einfach gründlicher als ich.‘ “

Ich vermute, es würde dazu führen, dass irgendwann eventuell im Haushalt lebende Kinder oder Haustiere bereits nach kürzester Zeit sämtliche Allergien und Intoleranzen gegen die Bestandteile der Natur entwickelten, die man sich nur vorstellen mag. Dafür aber eine ausgeprägte Verträglichkeit von Froschreiniger, Nagellackentferner und Danklorix. Aber genau kann ich es nicht sagen, ich bin ja doch nur Quartals-Putz-Junkie. Noch dazu finde ich mich im Chaos immer besser zurecht als in Ordnung. Nachdem mich also der Putzwahn wieder einmal erwischt hat, verbringe ich meist den Rest des Quartals damit, wirklich ALLES zu suchen und die Wohnung wieder ins Chaos zu stürzen. Die pure Inkonsequenz.

Zu meiner Schande muss ich an dieser Stelle nun also gestehen: Ich bin (abgesehen von einem begnadeten Körper, bekam ich doch hinsichtlich der Optik nur die guten Gene ab) nicht perfekt. Außerdem habe ich in all den vielen Jahren meines Lebens bisher immer noch nicht die Weisheit erlangt, was das Geheimnis von Katzenhaaren ist und warum auch nach stundenlangem Fegen, Saugen, Wischen, Nachwischen, nochmal Saugen und wieder Wischen immer irgendwo ein Büschel Katzenhaare auftaucht, sacht durch die Wohnung schwebt und sich binnen Sekunden in der ganzen Wohnung verteilt.

Womit wir beim nächsten Punkt angelangt wären:

2. Bartreste im Waschbecken + er lässt sich den Bart wachsen

Es ist mir absolut unbegreiflich, wie diese kleinen, winzigen, harten stoppeligen „abgefühlten Zwerge“ die gleichen Flug- und Verteilungseigenschaften haben können, wie die zuvor erwähnten Katzenhaare. Fakt ist: Sie sind überall.

Und da ich ohne Brille oder Kontaktlinsen auch gefühlt halb blind bin, (Seppo fühle sich an dieser Stelle bitte wissend und verständnisvoll zugenickt) ist der Herzinfarkt oft sehr nah, wenn ich morgens verschlafen und unbebrillt das Badezimmer betrete, mir z.B. das Gesicht bewässern möchte und dann denke, das Waschbecken sei von einer Horde Silberfische oder anderem viel- oder keinbeinigem Getier heimgesucht worden.
Würde man mir dabei zusehen, es hätte etwas Unterhaltsames* (Eintritt 5€, plus 10€ Praxisgebühr, es sei denn, man war in diesem Quartal bereits zu Gast in der Wohnung, die unsere Wohnung ist): Ich tapse ins Bad, stoße mir dabei auch nur maximal 1-2 Körperteile – ich kenne ja schließlich den Weg – bleibe vor dem Waschbecken stehen, beuge mich herunter und erstarre für etwa 30 Sekunden.** Geatmet wird dabei auch nicht, denn nun gilt es herauszufinden, ob diese kleinen unscharfen Würmchen, die sich dort im, am und um das Becken tummeln (das Waschbecken, nicht das menschliche. In solchen Fällen würde ich wohl in Danklorix baden.), sich bewegen und somit eine Gefahr darstellen. Nach mehrfacher Absicherung durch Anstupsen mit einem Q-Tip (die nicht zum Säubern der Gehörgänge gedacht sind!) oder Ertränken der Würmchen ist dann meist klar: Entwarnung, es sind nur Barthaare. ….. Ich Glückspilz!

Aber – und das hat Bartseppo schon richtig festgehalten: Ich darf nichts sagen. Denn meine Haare finden sich ebenfalls überall. Und die sind aktuell ungefähr 125-166,6 mal länger als die nach Ungeziefer aussehenden Bartstoppeln des Mannes, der in unserer Wohnung lebt. Was zwangsläufig bedeutet, dass auch das Ungeziefer, das mein unbebrilltes Ich darin erkennen mag, 125-166,6 mal größer ist. Und wie auch die Haare der Seppo-Mitbewohnerin haben meine ebenfalls in geknäulter Form die unangenehme Angewohnheit, wie Spinnen auszusehen. Blonde Spinnen. Gefährliche Spinnen. Solche, die vermutlich meinen Tod wollen, da ich schon diverse ihrer Ahnen killte. Auch ich schlug bereits mehrfach auf solche Haarknäuel ein, nur zur Sicherheit. Sie sitzen aber auch bevorzugt in spinnentypischen Ecken. Die Haare wie auch die Spinnen.

Wenn man dann noch die halben Katzen addiert, die hier regelmäßig von der echten Katze abgestoßen und in jedem Millimeter der Wohnung platziert werden, muss man wohl zu dem Schluss kommen, dass die abgetrennten Bartteile des Mannes, der in unserer Wohnung lebt, eindeutig das geringste Übel darstellen. Hoffentlich erkennt er das niemals, sonst wird dieser Punkt zu einem Grund, sich von MIR zu trennen. (Wie bei genauerer Betrachtung auch alle anderen, aber darauf möchte ich nicht weiter eingehen, sonst merkt er es wirklich.) Aber ich habe vorgesorgt, für den Fall, dass er es erkennen sollte: Ich sage vorerst nichts dagegen, dass er sich die Alpakawolle im Gesicht stehen lässt. Tatsächlich hoffte ich einerseits auf weniger „abgefühlte Zwerge“ im Bad – ein Irrtum, wie sich bereits herausgestellt hat. Andererseits hat der gute Mann in den beiden fünfteiligen Trilogien zum Junggesellen auf Zeit erheblich zurückstecken müssen. Das schlechte Gewissen würde mich des Nachts heimsuchen und erdolchen, würde ich dem Mann nicht zumindest den „Wuchs“ seines Bartes ohne Murren zugestehen.

Immerhin darf ich intervenieren, wenn der Schnörres zu lang wird und albern aussieht.


Ich sage gern, dass die Frau, die in unserer Wohnung lebt, gut zu Fuß unter der Nase ist. Sie redet prinzipiell mehr als ich, was nicht schwer ist, aber das hat mir gleich zu Beginn eines vor Augen geführt: Die Frau versteht und verwendet Sarkasmus. Vielleicht ist sie mir deshalb in der Uni unter all den halbgaren Würstchen relativ schnell aufgefallen. Da zeichnete sich schon der Hang zur ironischen Übertreibung ab, die ich so sehr an ihr schätze. Übrigens auch an mir. Todesernst stünde mir schlecht zu Gesicht. Und gut zu Fuß auf der Tastatur ist sie auch. Ob dieses abrupte Ende ein Hinweis auf einen weiteren Teil sei, wollte sie mir übrigens nicht sagen.

Fußnoten:

* Es ist unterhaltsam!
** Ah! Ich verstehe die Sache mit den vor einiger Zeit erwähnten umfallenden Ziegen jetzt. Jedem sei an dieser Stelle empfohlen, bei Youtube nach „fainting goats“ zu suchen. Es kommt der beschriebenen Situation sehr nahe.


Und jetzt…abschalten!

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7 Kommentare

    • Danke für die Blumen. 🙂
      Auch wenn die Masse an Text nicht danach aussieht, tue ich mich eigentlich eher schwer mit dem Schreiben (aber reden, das kann ich!). So zwei, drei Mal im Jahr überkommt es mich, da schreib ich ein paar Seiten am Stück runter, aber dann ist erstmal lange wieder Flaute. Umso schöner, dass das Geschriebene gefällt!

      Gefällt 2 Personen

  1. Seppo, der mit dem richtigen Bart, fragte sich im ersten Teil….
    … das Waschbecken sei von einer Horde Silberfische oder anderem viel- oder keinbeinigem Getier heimgesucht worden. …
    … Auch ich schlug bereits mehrfach auf solche Haarknäuel ein, nur zur Sicherheit …

    Dreimal fast vom Stuhl gefallen und endlich wieder richtig gelacht, zum Glück war grad keiner im Büro – alle essen – DANKE!

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  2. Standing Ovation für die Frau die in ….. einfach zu köstlich ,vor allem der teil mit den blonden Spinnen Ne echte Spinnenphobiekerin kennt das, bei mir sind es die Staubfäden die von der Decke hängen …. Lachtränen abtupfe , tief durchatmen ….. puuuuh , jetzt kann ich wieder atmen …. ich hoffe das war nicht der letzte Beitrag ….. 🙂

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    • Ich verbeuge mich ob der Ovationen. Im Ernst, vielen Dank 🙂
      Die Sache mit den Staubfäden ist mir auch bekannt und eine genaue Überprüfung der Zimmerdeckenecken zählt quasi zum abendlichen „bettfein machen“ dazu.

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  3. Hi, lustig geschrieben von der Frau, die in Eurer Wohnung lebt. Faszinierend, wie sich ein kleines Haar zu einem entscheidenden Kriterium zum Weiterführen der „Frau Mann in unserer Wohnung Kiste“ entwickelt. Für manch Einem wohl Haarspalterei für mich die hohe Kunst der Literatur und Philosophie – quasi eine neue Lebensdogtrin. Tolles Bild, sag einer noch mal man bräuchte Photoshop.

    Viele Grüße Thomas

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