Der neongelbe Ninja I – Er läuft wieder

Es gibt Tage, an denen jede noch so unerhebliche Tätigkeit ihre Wirkung entfaltet. Vielleicht mit Verzögerung, aber immerhin hat das, was man so macht, irgendeine Auswirkung. So auch heute, wobei die Effekte offensichtlich nur mich persönlich betreffen. Andere scheinen davon keine Notiz zu nehmen, was mein Dasein auf der Mystik-Skala irgendwo zwischen leicht und fast schon mittel pendeln lässt. Berechtigterweise denkt nun der eine oder andere, dass der Schreiber nun völlig einen an der Waffel hat und befindet sich damit in guter Gesellschaft. Allein in dieser Wohnung leben sechs Individuen, die in dieser Frage kompetente Ansprechpartner sind, weil sie seit Jahren meinem Einfluss ausgesetzt sind. Bei fünf dieser Fachleute handelt es sich um vierbeinige Vertreter diverser Arten, weshalb die Gespräche mit denen zwar lustig aber wenig erkenntnisfördernd wären. Das denken die sich aber mit Sicherheit auch, wenn die uns etwas durch Laute zu verstehen geben wollen, wir aber nur verzückt dreinschauen. Man hört die Tiere schon tuscheln. Ich denke, dass es hier nicht mehr lange gut gehen wird. Die hecken was aus.

Damit das aber noch den Weg an die Öffentlichkeit findet, kommt es nun:

Ich bin gerade eben mit diversen Erkenntnissen vom Laufen aus dem Südpark wiedergekehrt. Die erste Erkenntnis war zunächst nicht allzu weltbewegend, weil ich diesbezüglich schon auf einen Referenzwert zurückgreifen konnte: Meine Ausdauer ist am Boden. Während ich vor etwa einem halben Jahr noch pro Kilometer Zeiten zwischen 4:30 und 5:10 aufweisen konnte, lacht mir heute und vorige Woche eine hämische 6:08 entgegen; und da sind schon An- und Auslaufen abgezogen, sonst stünde ich bei 6:12. Der einzige Trost für mich ist, dass es sich nicht um Stunden und Minuten handelt. Der unten abgebildete Puls ist übrigens für das Schneckentempo eindeutig zu hoch. War auch mal anders.

Lauf_20151117

Immerhin: In der vergangenen Woche habe ich mich um 0:01 min pro Kilometer verbessert. Der blanke Hohn ist übrigens, dass da oben „Freies Laufen“ steht. Als wäre das eine Entscheidung, die frei getroffen wird. Das lasterhafte Leben zwingt uns vielmehr dazu.
Ich bin so ein oftmals verspotteter Selbstvermesser. Allerdings nur interessehalber, weil ich – von den Zeiten mal abgesehen – aus kaum einem Wert vernünftige Schlüsse ziehen kann. Ich habe eine hohe Endgeschwindigkeit und vor fünf Jahren noch einen guten Antritt. Seitdem sind 10 Kilo vergangen. Die Endgeschwindigkeit ist geblieben, was ja auch klar ist. Wenn Masse einmal in Bewegung ist…

Die zweite Erkenntnis ist das, was ich eingangs als mystisch bezeichnet habe: Ich bin ein Ninja! Das muss so sein, denn es scheint anderen Menschen unmöglich zu sein, mich zu sehen. Sonst würden die ja ausweichen, wenn ich auf die zugeeiert komme. Aber nein. Vertieft in das Umherschweifenlassen ihrer Blicke, scheine ich mich unbemerkt heranzuschleichen. Ich versuche zwar immer Blickkontakt aufzunehmen, um eventuell sogar zu grüßen (womit man oft sehr einsam ist), aber am Ende muss ich den Schritt zur Seite tun (womit ich mich in Gesellschaft von städtischen Pflanzen befinde). Und ich mag es nicht, in Blumenbeete springen zu müssen, weil es der Gegenverkehr für nicht notwendig erachtet, seinerseits einen Schritt zur Seite zu tun.

Man sieht mich einfach nicht, was bei meiner aktuellen Laufmode schon ein großes Wunder ist.

Immerhin: Weil ich so leichtsinnig war und diese Erkenntnisse hier veröffentlich habe, muss ich wohl oder übel in den sauren Apfel beißen und wieder regelmäßig laufen gehen. Was nachher nie falsch gewesen zu sein scheint. Aber insbesondere vorher fühlt es es sich sehr, sehr falsch an. Währenddessen auch.
Auf jeden Fall wird hiermit – nicht ganz uneigennützig, aber auch selbstlos, denn die Frau, die in unserer Wohnung lebt, profitiert ebenso von meiner sukzessive verbesserten Optik – eine neue Serie gestartet.

Tätigkeit, Auswirkung. Aha! Erstaunlich, dass man es doch immer wieder schafft, den anfangs aus den Augen verlorenen Faden wieder aufzunehmen.

Hier geht’s zum zweiten Teil!

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7 Kommentare

  1. Das mit der „Masse“ ist doch gar nicht so schlecht … zumndest wenn man Einstein hinzuzieht. Zumal nach ihm aus Masse Energie zu gewinnen ist.
    Tja, und SOLCHE Zeiten, wie du ihrer frönst, sind für mich Wunschtraum (aus ganz anderen Gründen). Ich beschränke mich dann darauf, dass ich mit dem Rad immer besser den Berg raufkomme. Freilich ist das ab dem kommenden Wochenende, wegen einsetzendem Winter, auch abgehakt, und nächsten Frühling geht es wieder von vorne los.

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