Über das Lachen am Computer

Lachen_am_PC

Just in diesem Moment, da ich einen Text las und darüber an einigen Stellen lachen musste, denke ich über das Lachen am Computer nach. Das kommt nach dem gleichnamigen Titel dieses Beitrags kaum überraschend. Allerdings kann man das Lachen am Computer nicht oft genug betonen und darüber grillen. Mit „grillen“ ist weder das Garen von Fleisch oder Unfleischigem, das in Optik und Geschmack dem Fleisch nacheifert, über der offenen Flamme noch die kleinen Flattertierchen gemeint, die übrigens groß geschrieben werden. Denn sie sind Dinge. Sind Tiere Dinge? Schwierige moralische Fragen erschüttern den oder das Dampfbloque und hinterlassen einen faden Beigeschmack in einem Beitrag, in dem es über das Lachen am Computer gehen soll. Wurde das schon erwähnt? Man kann es nicht oft genug, wie jeder spätestens jetzt wissen sollte. Und das Grillen ist ein veralteter Ausdruck für zielloses Grübeln. Goethe sprach einst schriftlich aus dem Munde eines gewissen Mephistopheles zu Dr. Faust die Worte „Vertraue mir den Umfag deiner Grillen an.“

Faust züchtete keine Grillen. Er dachte viel nach.

Mit dem Lachen am Computer ist ein Umstand Thema, der mich nur selten heimsucht. Ich halte mich für ein lustiges Kerlchen, was diverse audiovisuelle Zeugnisse weit zurückliegender Jahre und nicht zuletzt diese digitale Sammelstätte geistiger Ergüsse belegen können. Ich kann auch sehr gut lachen. Darin bin ich jahrzehntelang geübt. Und wie mir meine Grundschullehrerin bestätigte, machte ich andere auch gern lachen. Nicht über mich sondern wegen mir. Situationskomik ist wie ich finde die beste, die es gibt. Aber das Lachen am Computer…? Da existiert eine Sperre in mir.

Wo war ich? Diesen Beitrag begann ich vor etwa zwei Wochen, legte eine Pause ein und fahre nun mit der Schreiberei fort. Das macht es mir und euch unnötig schwer. Denn oft bemerkt man einen Bruch, eine Zäsur, wenn ein Text zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt wird. Doch der Zeitpunkt ist optimal. Gestern schrub ich während der Beantwortung diverser Fragen, die ich vermutlich aus purer Ideenlosigkeit noch einmal beantworten werde, darüber, dass ich selten vor dem Computer sitze und eskaliere. In diesem Zusammenhang fiel mir dieser nun vorliegende Beitrag über das Lachen am Computer ein, den ich begann und nicht beendete. Heute soll er fertiggestellt werden.

TELE5, das uns bisher zuverlässig mit schlechten Filmen versorgte, zeigt heute einen Thriller, den wir uns ansehen. Das bedeutet, dass sich die Frau, die in unserer Wohnung lebt, mit dem Tablet abzulenken versucht, um die unerträglichen Kameraeinstellungen nicht sehen zu müssen, während derer die Protagonistin fokussiert ist, während im Hintergrund die Heckklappe des Wagens geöffnet wird. Ich hingegen schaue mir den Film tatsächlich an, indem ich alle paar Sekunden über den Rand meines Bildschirms zum Fernseher lünker. Und eines kann ich euch schon jetzt sagen: Man fährt nicht einfach mitten in der Nacht von Lillehammer nach Stockholm und nimmt dabei Abkürzungen durch den Wald! Glücklicherweise gibt es einen hilfbereiten Polizisten.

Weil wir uns also selbst betrügen und einen Film schauen, den wir nicht wirklich schauen, kann ich über das Lachen am Computer schreiben. Gelegenheit macht Beiträge.

Es ist glaube ich hinlänglich bekannt, dass wir bei der Verwendung eines Smilies, den wir an etwas Geschriebenes anhängen, nicht tatsächlich beispielsweise zwinkern. Ich zwinkere generell nicht. Meine ich etwas ironisch, dann schaue ich etwa die Frau, die in unserer Wohnung lebt, einfach so lange ernst an, bis sie irgendetwas nach mir wirft. Katzen oder Meerschweinchen. Sie macht es übrigens ganz ähnlich. Wir zwinkern also nicht. Zwinkern ist offensichtlich ein Relikt aus vergangenen Zeiten, das den technischen Sprung gemeistert hat, während es ansonsten ausgestorben ist. Zwinkert ihr? Man soll als Blogger ja immer Fragen stellen, zu Handlungen auffordern. Also, zwinkert ihr? Schreibt eure Antworten unter diesen Beitrag. Überweist mir Geld! Lacht am Computer!

Trotzdem komme ich nicht umhin, in der schriftlichen Kommunikation Smilies zu verwenden. Denn dort fehlt ein wichtiger Bestandteil der Sprache: die sogenannte Prosodie. Eine ironische Nachricht an jemanden, der mich nicht so gut kennt, macht mich zum Arschloch. Das ist der Grund, weshalb ich gelegentlich eine Nachricht schreibe und anschließend noch eine, die die vorherige erklärt, um mich zu retten. Schrift kann Intonation oder das sogenannte i-Setting, das uns hören lässt, wenn jemand lächelt während er spricht, nicht transportieren.

(Ich bin schockiert! Im Wintersemester 2010 lehrte uns eine Dozentin, dass das Lächeln beim Sprechen als „i-Setting“ bezeichnet wird. Heute, im Mai 2016 beginne ich erstmals diese Information zu hinterfragen und bemühe Google. Ohne Ergebnis! Den Ausdruck „i-Setting“ scheint es nicht zu geben. Ich lasse es trotzdem im Text stehen.)

Also wirkt vieles in der schriftlichen Kommunikation recht kühl. Deshalb Smilies. Aber das Lachen am Computer…? Das kommt mir doch recht skurril vor. Kam es schon lange, bevor ich das Bloggen begann, was ich nie wirklich begann, denn ich bin kein Blogger. Ein treuer Leser attestierte mir gestern, „Le Bloquer“ zu sein. Langsam freunde ich mich mit diesem aus der Not geborenen Blognamen an.

Es gab eine Zeit, in der ICQ weit verbreitet war. Zu dieser Zeit entstanden diese eigenartigen Netzjargon-Ausdrücke, die ich nie (!) verwendete. Vielleicht entstanden sie schon viel früher und ich bemerkte sie erst später. Auf jeden Fall benutzte sie eine damalige Freundin und ich kaufte es ihr nicht ab. Sie lachte zwar im echten Leben viel, aber ich glaubte ihr nicht, dass sie bei jedem noch so seichten Scherz meinerseits beim Schreiben lachend auf dem Boden umherrollte. Oder laut lachte. Lachte sie tatsächlich vor dem Computer? Das Lachen am Computer. Ein verrücktes Phänomen.

Ich grinse gelegentlich beim Schreiben oder bei Chats, wobei ich recht selten chatte. Chatten ist voll 90er. Whatsapp betrachte ich nicht als Chat und der Facebook-Messenger, den ich ohnehin selten verwende, ist ebenfalls keiner. Auch bei diesen lache ich nicht am Computer. Lachen Menschen überhaupt am Computer? Bei Facebook gibt es mittlerweile eine große Auswahl an Smilies. Beispielsweise die lachende, sich den Bauch haltende Hunderatte. Ich weiß nicht, was das für ein Tier ist. In manchen Gruppen, die sich mit Humor befassen, werden diese Smilies inflationär verwendet. Sie wirken auf mich übertrieben, aufgesetzt. Die Reaktionen unter meinen Beiträgen scheinen allerdings zu bestätigen, dass man am Computer lachen kann. Das Lachen am Computer. Es hat doch etwas Faszinierendes an sich.

(Der Film auf TELE5 erhält soeben eine unvorhersehbare Wendung. Der Polizist steckt mit den Bösewichten unter einer Decke! Unerträglich! Wem soll man noch glauben?)

Augenzeugen berichten mir gerade in diesem Moment, dass ich oft breit grinsend vor dem Computer sitze. Das Grinsen am Computer…ja, das ist etwas, das mir häufiger passiert. Aber das Lachen am Computer…? Mir fiele nur dieser eine Moment vor zwei Wochen ein, als ich einen Beitrag las, der meinen Geschmack für hart an der Grenze des Makaberen angesiedelten Humor (im geschriebenen Wort!) traf. Und ich komme zu meinem großen Frust nicht mehr darauf, welcher Beitrag es war, sonst hätte ich ihn hier verlinkt. Es war keiner von meinen, die ich mir gelegentlich im Nachhinein nochmal durchlesen muss, um eventuell zu verstehen, warum sie so unfassbar gut ankommen. Oder eben nicht.

Ich habe keine Ahnung, was ich mit diesem Beitrag bewirken wollte. Aber es wäre doch gelacht, wenn er es nicht zum viralen Hit bringen sollte. Also drückt auf „gefällt mir“, teilt ihn auf sämtlichen Kanälen, verlinkt ihn und vergesst vor allem eines nicht: Das Lachen am Computer!


Mehr suchmaschinenoptimierte Texte über das Lachen am Computer findet ihr auf Facebook!

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11 Kommentare

  1. Ich lache auch am Computer, wenn das, was ich lese, witzig genug ist. Manchmal lache ich darüber sogar später noch, wenn ich wieder einmal daran denke. … ganz sicher werde ich noch ein paar mal wegen „i-setting“ grinsen müssen. Vielleicht meinte die Frau auch „eye setting“ … und sie hat einfach einen Begriff erfunden, der sich noch nicht durchgesetzt hat. Eine meiner Dozentinnen hat – gefühlt vor 100 Jahren – das Wort „Öbster“ benutzt. Darüber kann ich auch noch lachen, jetzt gerade vor dem Computer.

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  2. Also ich lache tatsächlich öfter vorm Computer – auch wenn ich lese – tatsächlich pruste ich los – was den Galan manchmal erschreckt und mich – auch wenn ich mich soeben in der Mittagspause befinde – etwas in Erklärungsnot gegenüber den Kollegen bringt ….

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  3. Also ich zwinkere regelmäßig vor dem Computer – mein Augenarzt Dr. Frank Enstein meinte, es würde sonst auffallen, dass ich ein Bloginator bin. Als letzterer erschließt sich mir aber auch nicht die menschliche Ironie. Ich ueberweise jetzt Geld… Auftrag ausgeführt! Und jetzt lache ich: Ha ha ha! So, prosodieloser Gruß von M.Mama (jetzt wird vielleicht auch klar wofür mein M. steht – Huahuahua!)

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  4. Ich lache oft am Computer, beim Lesen deiner Texte. Dann aber höre ich auf, denn es gibt erfahrungsgemäß keine Steigerung. Vielleicht solltest du das beim Schreiben berücksichtigen. 😉

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  5. „Gestern schrub ich…“ LOL
    Ah da isses ja wieder. Ja es stimmt diese Netzjargon-Ausdrücke wie ROFL oder LOL werden viel zu inflationär gebraucht, ebenso diverse Smilies.
    Man lacht doch nicht wegen jedem Scheiß laut auf oder rollt sich gar auf dem Boden. Allenfalls mal ein breites Grinsen.
    Die Kröning sind die Kids von heute die sich dann unterhalten und tatsächlich „LOL“ sagen oder sowas wie „Ist ja voll LOLig“ (im Ernst!).

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  6. Hallo, irgendwie hat mich das Lesen stimuliert. Dafür schenke ich ein Gedicht, das garantiert noch nie veröffentlich wurde:

    Geprägt von lasterhafter Gier
    notzüchtigt sich das Schnabeltier
    am liebsten in der Mittagszeit
    wenn andre Schnabler ruhen
    und Säuger mit den Rindern muhen.

    Die Botschaft dieses 4-Zeilers versuche ich zwar selbst noch herauszufinden, aber inzwischen liesse sich die Zeit ja mit einem Besuch unserer Wegseite gut herumbekommen

    http://www.wegsite.net

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