Die SBA2016 und was Blogger am liebsten tun

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Fragen beantworten! Das ist es, was Blogger am liebsten tun. Ganz offensichtlich bin ich Blogger, denn ich beantworte gerne Fragen, was bekanntlich ein Merkmal des gemeinen Bloggers ist. Das sollte nun jedem klar geworden sein. Das bringt mich in eine missliche Lage. Denn ich weigere mich nach wie vor, mich der Kategorie Blogger zuzuordnen, wenngleich ich einer bin. Ich blogge, also blogge ich. Das entlarvt mich im Vergleich zu jemandem, der filmt und deshalb Filmer ist, als Blogger. Wichtiger für diesen Beitrag ist aber nur Eines: Ich besitze einen oder ein Blog und das berechtigt mich zur Teilnahme an der SBA2016. Die Verleihung selbiger an mich setze ich voraus, was weniger daran liegt, dass ich alle anderen Blogs für schlecht halte (was ich nicht tue), sondern dass gemäß dem olympischen Gedanken doch jeeeder ein Sieger ist.

Bevor nun alle das Würgen beginnen, möchte ich mich bedanken. In erster Linie beim Initiator dieser Auszeichnung, die sich so angenehm vom restlichen Brei der landläufig als „Awards“ bezeichneten Wanderpokale abheben. Soviel der Schleimerei gegenüber desjenigen Mannes, mit dem ich mir zwar die Stadt teile, dem ich aber noch nie begegnete und ihn auch vor einigen Monaten noch nicht kannte. Es wurde hier und da mal vermutet, aber dem ist nicht so. Damit wäre auch dem Vorwurf einer gewissen Befangenheit der Jury vorgebeugt. Der zweite Dank geht an alle, die sich die Fragen ausgedacht haben, die mir nun als Leitfaden dienen. Leitfäden sind nicht zu unterschätzen, denn manchmal fehlt mir ein solcher beim Schreiben, was Fluch und Segen ist. Fluch, weil ich nie weiß, wo ich am Ende lande. Segen, weil ich nie weiß, wo ich am Ende lande. Andererseits weiß ich auch bei diesem Fragenbogen nicht, wo ich am Ende lande…

Gut, was soll’s? Los geht’s!


  1. Was haben Seppo und Du gemeinsam? (Dani Wolf)
    Ich denke es gibt da die eine oder andere Ähnlichkeit, die ich allerdings schwer konkretisieren kann und will. Wenn man von Gemeinsamkeiten spricht, hat das oft etwas Anbiederndes, was mir prinzipiell fernliegt. Ich bin der Überzeugung, dass das Gegenüber Derartiges schnell durchschaut. Kinder registrieren beispielsweise bei einem Erwachsenen schnell, ob er nur so tut, als wäre er megahip und crazy. Auch Seppo traue ich diese Fähigkeit zu.
    Ohne ihn persönlich zu kennen oder ihm in den Kopf schauen zu können (was man mit geeignetem Werkzeug durchaus könnte), kann ich manche seiner Haltungen so vollumfänglich unterschreiben, dass ich sogar nicken muss. Ein für mich am Computer ungewohnter Gefühlsausbruch. (Ich schreibe übrigens gerade über das Lachen am Computer, was für mich etwas Kurioses hat.) Wir bewohnen dieselbe Stadt und darüber hinaus Stadtteile, die ähnliche Namen haben. Genaugenommen ist das keine Gemeinsamkeit, denn es sind bloß ähnliche Namen und sogar verschiedene Stadtteile. Damit ist das keine Gemeinsamkeit sondern ein Unterschied. Ich starte schwach. Höchste Zeit, das zu ändern.


  2. Wieso hättest Du die SBA nicht verdient? (ebd.)
    Vor dieser Frage habe ich tatsächlich den größten Respekt, weil ich keine Antwort habe, die mir als Jury genügen würde. Unter Berücksichtigung der bisherigen Preisträger der SBA (die alle Seppo hießen! Ich erkenne dort ein Muster!) dürfte ich sie nicht verdienen, weil ich ganz anders heiße.


  3. Eine Woche lang keine (soziale) Technik: kein Handy, kein Facebook, kein Blog – nichts. Was würde das mit Dir machen? (FranCesca Bommer)
    Ich würde es genießen. Das weiß ich deshalb, weil ich es bereits erleben durfte. Wobei das gelogen ist. Es waren zwei Wochen. Zwei Wochen im März 2012 in einem kleinen Häuschen in Schweden, das weder über einen Telefon-, Internet- oder TV-Anschluss (nicht einmal über eine Antenne) verfügt. Und es macht mit mir, dass ich entspannter werde. Ich bin zwar schon vergleichsweise ruhig, aber der mediale Dauerbeschuss geht mir manchmal gehörig auf den Zeiger. Manchmal bin ich mir dessen nicht bewusst, registriere es aber spätestens dann, wenn der Akku vom Handy platt ist. Was verpasst man schon? Neulich erst habe ich gehört oder gelesen, dass der moderne Mensch an einem Tag mit der Menge Informationen versorgt wird, die ein Mensch vor einigen hundert Jahren in seinem gesamten Leben verpasst bekommen hätte. Eine Woche ohne soziale Technik wird mich also nicht dümmer machen. Vermutlich ganz im Gegenteil.


  4. Was inspiriert Dich für Deine Themen? (ebd.)
    Der Alltag. Das ist unfassbar unkreativ und mutet fast esoterisch an, aber der Alltag inspiriert mit all seiner unspektakulären Drögheit zu den meisten meiner Beiträge. Dabei sind es manchmal nur kurze Momente, die ich an guten Tagen unnötig aufblase und daraus einen epischen Artikel konstruiere. Die Einkaufen-Saga ist das beste Beispiel dafür, welches ich gern bemühe, weil ich die Reihe nach wie vor für sehr gelungen halte. Es waren vielleicht zwei Augenblicke, die förmlich danach schrien, zu einem Beitrag verbloggt zu werden. Es wurden drei.
    Anderes Beispiel: Der Morgen des Goldgräbers. Ich saß im Badezimmer auf dem Boden vor dem Katzenklo, woraufhin mir folgender Satz in den Sinn kam: „Ich bin ein Goldgräber.“ Daraus strickt sich dann manchmal innerhalb von Sekunden eine Geschichte, die möglichst schnell runtergeschrieben werden muss, solange ich sie noch originell finde.


  5. Wer hat Dir das Hirn so manipuliert, dass Du bei so einem Wettbewerb teilnimmst? (Angel Mohli)
    Seppo ist groß.
    Seppo ist das Gute.
    Seppo ist unser Freund.
    Seppo heilt Kranke.
    Seppo ist erhaben.
    Seppo beendet Kriege.
    Seppo ist die Antwort.


  6. Wer sollte Deinen Blog besser nicht lesen? (Sarah Katt)
    Ich habe es tatsächlich bis heute geschafft, niemanden in meinen Beiträgen zu verunglimpfen. Demzufolge bin ich recht entspannt, was meinen Bekanntenkreis angeht. Ich weiß, dass einige meiner Freunde zwischendurch mal reinlesen und meine Artikel gelegentlich sogar recht unterhaltsam finden. Ich weiß, dass mir meine Mutter folgt und auch weitere Teile meiner Familie gerne mal vorbeischauen. Vielleicht könnten unsere Nachbarn und vor allem unsere Hausverwaltung nicht sonderlich erfreut über die eine oder andere Erwähnung sein, allerdings wird niemand beleidigt. Und weil ich mich selbst nur zu gern auf die Schippe nehme, kann man mir im Grunde Gleichbehandlung aller auftretenden Personen attestieren.


  7. Auf einer Skala von eins bis zehn: Was isst Du am liebsten? (Manuel Höttges)
    Das ist die mit Abstand dämlichste Frage, die mir je jemand gestellt hat!
    Aber es existiert tatsächlich eine Antwort, die geheim bleiben muss und wird. Man kann sich der Antwort allerdings annähern, wenn man folgende Geschichte gelesen hat:
    Mathe ist ein Fach, das dem Einen liegt, dem Anderen nicht. Ich bin einer der Anderen und war es schon zur Schulzeit. Dort schaffte ich es, eine komplette Matheklausur bei meinem Sitznachbarn abzuschreiben. Er bekam eine 6, ich eine 5. In der selben Klausur saß jemand, den irgendwann die Lust verließ, so zu tun, als würde er über den Aufgaben grübeln. Also rechnete er die Nullstellen einer Kurve aus und setzte dieses Ergebnis bei jeder anderen Aufgabe als Lösung ein. Sämtliche seiner Lösungen lauteten „x = 0,4“ oder „x = -0,4“.
    Das ist allerdings nicht die Antwort auf diese Frage.


  8. Welchen Titel hatte Dein erster Blog-Eintrag, welchen wird Dein letzter haben? (Marc Kipfer)
    Mein erster Beitrag, dessen Erstellung nur einen Bruchteil der Zeit in Anspruch nahm, die ich für die Gestaltung des Beitragsbildes verbriet, hieß „Bleiben Sie im Haus! Draußen ist Wetter!. Den Titel halte ich nach wie vor für unglaublich stark, weil er die mediale Hysterie, die ausbricht, sobald sich die Natur minimal regt, gut auf den Punkt bringt. Der letzte Beitrag wird vermutlich heißen „Ich hab’s euch ja gesagt!„.


  9. Was frühstückst Du? (Alex La Famee)
    (siehe Frage #10)



  10. Katze oder Hund? (Rita Raptakis)
    Katze.
    Und um auf den eigentlichen Gedanken hinter der Frage einzugehen, bin ich wohl ein Katzenmensch. Obwohl ich diesbezüglich vorgeschädigt bin. In meinem Elternhaus lebte Schmurzel, die später nur noch als „der verdammte Sauhund“ betitelt wurde. Denn neben diversen Häufchen in meinem Kleiderschrank hinterließ sie gern noch andere Dinge an geheimen Verstecken. So hatte mein Vater die zweifelhafte Ehre, des Morgens schlaftrunken in seine Pantoffeln zu steigen, die bei jedem Schritt mit einem Schmatzen antworteten. Hunde sind mir nicht ganz geheuer, obwohl sie im Vergleich zur Katze insbesondere hinsichtlich ihrer Sozialkompetenz durchaus besser bestückt sind.


  11. Hast Du sonst niemanden, dem Du das alles erzählen könntest? (Martina Mai)
    Die Frau, die in unserer Wohnung lebt, hat irgendwann begonnen, mit Taschentuchpackungen nach mir zu werfen, weil ich sämtlichen geistigen Dünnflitsch bei ihr ablud. Die Geschichte von Herrn Scheuren beweist, dass gelegentlich Dinge dabei sind, die einigermaßen absurd sind.Also: Ja, den gibt es. Aber seit ich blogge, hat das mit den Taschentüchern aufgehört.


  12. Wer liest Dich überhaupt (Ebony June)
    Auf jeden Fall die Frau, die in unserer Wohnung lebt. Was meine Follower angeht, kann ich nur raten, wer tatsächlich liest. Aber der eine oder andere Kommentator, der auf den Inhalt meiner Beiträge Bezug nimmt, beweist, dass mich jemand liest. Gemäß meiner Facebook-Statistik sind es vor allem Frauen. Das könnte bedeuten, dass viele Männer nicht lesen können.


  13. Was müsste geschehen, dass Du mit dem Bloggen aufhörst? (Sabienes Shelm)
    Wenn die Beantwortung der Fragen hier beendet ist, werde ich mit dem Bloggen aufhören. Und zwar solange, bis ich wieder anfange. Dafür liegt noch viel zu viel auf Halde, was geschrieben werden will. Und vom meisten davon weiß ich noch nicht mal.


  14. Welche Eigenschaft an einem Menschen schätzt Du am meisten? (Thomas Peter)
    Die Fähigkeit, sich und sein Handeln zu reflektieren und über Zusammenhänge nachzudenken. Ein optimales Zusammenleben ist denke ich eine Utopie, aber man kann sich dem annähern, wenn man versucht, sich in andere hineinzuversetzen. Es ist wohl naiv, von einer glückseligen Gesellschaft ohne Konflikte zu träumen, aber das ist zumindest eine Möglichkeit, als Kollektiv zu funktionieren. Und darum geht es letztendlich im Leben. Einfache Antworten und Lösungen gibt es nicht und sie erfordern immer ein gewisses Maß an Investition, das auch mal unangenehm sein kann.


  15. Was ist Deine beste Eigenschaft? (ebd.)
    Also das Schreiben kann es ja wohl nicht sein. Ich kann mich allerdings hervorragend an Ampeln umdrehen und dem Hintermann damit signalisieren, dass ich rückwärts fahren werde, um dann bei grün aber – noch immer nach hinten gewendet – vorwärts anzufahren. Der Hintermann ist irritiert. Und ich bin es gerade auch, weil ich mir über den Unterschied von Eigenschaft und Fähigkeit bewusst werde. Ist die Frage nun falsch beantwortet? Ich schäme mich.


  16. Was ist Dein größter Fehler? (ebd.)
    Nicht Seppo zu heißen.


  17. Wie, denkst Du, sehen Dich die anderen Menschen? (ebd.)
    Sofern es sich nicht um ein einäugiges Raubtier handelt, vermutlich dreidimensional und in Farbe. Im Winter weiß und im Sommer sowie nach dem Laufen rot. Die andere Ebene ist schwer abzuschätzen. Ich glaube, dass mich mancher für ein wenig chaotisch hält, was mit Sicherheit der Wahrheit entspricht. Andere halten mich vielleicht für albern, wieder andere für unlustig und arrogant. Ich hoffe aber, dass andere Menschen vor allem wahrnehmen, dass ich jemand bin, der sich trotz seiner Albernheiten oft genug ernsthafte Gedanken zu ernsten Themen macht. Aber wissen kann man das nie.


  18. Was würdest Du niemals in einem Blog posten? (ebd.)
    Das hier:
    2016-05-25 00.30.44


  19. Glaubst Du neben Seppos Blog noch an andere Wunder? (Annick N. Seiwert)
    Das wäre vermutlich Blasphemie und mir würden unverzüglich die Füße mit meinen Ohren zusammenwachsen. Ich glaube, dass wir vieles interpretieren und oft genug gut damit fahren, weil es uns vielleicht Hoffnung schenkt oder beruhigt oder was auch immer. „Wunder“ sind im Grunde Phänomene, die sich aus unserer Sicht schwer erklären lassen, was nicht heißen muss, dass sie nicht nachvollziehbar sind. Ein berühmter Autor schrieb vor nicht allzu langer Zeit von einem Hund, dessen Geist eine bestimmte Sache nicht erfassen kann, was aber nicht hieße, dass diese Sache nicht möglich sei. Und so ist Manches für uns schwer zu erfassen, aber vielleicht sind wir auch nur in der Hinsicht der Hund.


  20. Wenn Du einen Gegenstand in eine Zeitkapsel tun könntest, welche erst in 100 Jahren geöffnet werden würde, welcher Gegenstand wäre das? (HeyChiu Pang)
    Flugblätter von 1933 und Screenshots von Facebook aus dem Jahre 2016 mit der Notiz „Schaut es euch an! Wir hatten nichts gelernt!“



  21. Was bedeutet Schreiben für Dich, was macht es mit Dir? (Seppo)
    Eine sehr, sehr gute Frage. Es ist die vermutlich beste Frage der Welt. Wer hat sie gestellt? Ach!
    Das Schreiben ist für mich immer mehr zum Ventil geworden. Mein Blog war zwar von Beginn an als ein solches (Ventil) geplant, hat aber seine tatsächliche Bedeutung als eine Form des Ablegens von Gedanken erst im Laufe der Zeit erhalten. Ich werde manchmal unruhig, wenn mir Gedanken durch den Kopf schießen. Die müssen irgendwie irgendwo untergebracht werden. Meine Notiz-App im Handy ist eine Sammlung von wirren Stichworten geworden, die ich zuhause zu einem zusammenhängenden Text verwurste. Und es hilft tatsächlich dabei, meine Rübe für andere Dinge freizuschaufeln und eine gewisse Ruhe wiederherzustellen. Außerdem ist es für jemanden, der seinen Lebensunterhalt durch die Verkettung von Buchstaben bestreiten will, nicht die allerschlechteste Übung, wenn er zwischendurch mal das eine oder andere Wort niederschreibt. Und dass ich manch eigenen Text durchaus selbst für gut halte, macht das Schreiben für mich zu einer angenehmen Sache. Sowohl den Prozess des Schreibens als auch dessen Ergebnis.


  22. Wie kriegst Du Seppo ins Bett? (ebd.)
    Rotwein und Rum-Cola. In einer homoerotischen Phantasie würde ich ihm wohl romantisch den Bart kraulen und ihm liebliche Dinge zusäuseln. Man beachte die Kombination des Wortes „Phantasie“ mit dem Konjunktiv. Das wird also nie passieren, was in unser beider Interesse und dem seiner Mitbewohnerin und meiner Frau, die in unserer Wohnung lebt, wäre. Über Rotwein und Rum-Cola ohne Bettgeschichte ließe sich reden, wobei ich da wohl beim Rotwein bliebe.


  23. Was macht Mannsein für dich aus, was Frausein? (ebd.)
    Mannsein macht für mich aus, dass ich mit Seppo Rotwein und Rum-Cola trinken könnte, ohne mit ihm ins Bett gehen zu müssen. Frausein vermutlich das andere. Ich bin nicht gut darin, Geschlechtern irgendwelche positiven Eigenschaften zuzuschreiben. Darin ist vermutlich niemand wirklich gut, weil es fast immer so wirkt, als würde man dem jeweils anderen Geschlecht diese Eigenschaft absprechen. Und gelegentlich ist es tatsächlich so, was aber keineswegs schlimm oder empörend ist. Das ist denke ich eines unserer moderenen Probleme. Wir können es offensichtbar nicht mehr ertragen, dass es zwischen Mann und Frau tatsächlich Unterschiede gibt, weshalb jeder Furz spätestens in den sozialen Medien in hyterischen und in beide Richtungen diskriminierenden Diskussionen mündet.


  24. Was bedeutet das Konzept der ewigen Liebe für Dich? Ist es möglich? Wünschenswert? (ebd.)
    Da denkt man sich die Innenseiten des Schädels wund, um eine kluge Antwort zu verfassen und heraus kommt lediglich die Erkenntnis, dass es das wohl ist. Ja. Von einer sehr nüchternen Warte aus betrachtet ist es so, dass wir als Menschen vielen begrenzenden Faktoren unserer Umwelt nicht mehr ausgesetzt sind. Wir werden unverhältnismäßig alt, haben eine insgesamt recht hohe Überlebenschance, weshalb Polygamie für uns nicht mehr notwendig ist. Wer will, der möge. Ich allerdings möchte einen Menschen neben mir haben. Ob ewige Liebe möglich ist, kann ich zu Lebzeiten nicht abschließend klären, denn Lebzeiten sind nicht ewig. Ich wünsche mir aber, dass sie danach noch fortbesteht. Wie auch immer das aussehen mag.


  25. Warum sind 28 Fragen zuviel? (ebd.)
    Sind sie das? Ich glaube nicht. Das Einzige, was mich ein wenig nervös macht, ist der Umstand, dass die Beantwortung der Fragen zu einem Beiträg mit über 2800 Wörtern geführt hat, was fast das Dreifache von dem ist, was ich für gewöhnlich so fabriziere. Ihr müsste es lesen. Viele werden irgendwann aufgeben. Ich hätte allerdings auch deutlich kürzer und einsilbiger antworten können…ich fange am besten noch mal von vorn an…


  26. Blogger seien Selbstdarsteller, heißt es oft. Warum stimmt das – und ist das schlimm? (ebd.)
    Ja, ich glaube da ist was dran. An anderer Stelle hatte ich bereits darüber geschrieben, dass das Schreiben oder andere kreative Prozesse für mich immer eng verknüpft mit der Präsentation derselben ist. Es gibt mit Sicherheit Blogger, die für sich allein schreiben und ihren Blog unter Verschluss halten. Als eine Art Gedankensortierung vielleicht. Ich glaube aber, dass ein Großteil der Blogger dieses Medium als Bühne nutzt. Nichts anderes tue ich. Der Ton hat allerdings entscheidenden Anteil daran, wie die Außenwirkung ausfällt. Insbesondere dann, wenn eben nicht das gesamte Leben ausgebreitet wird. Insofern ist es in meinem Fall eine Selbstdarstellung in kleinen Häppchen, die durch einen ironischen Filter gejagt werden. Es gibt durchaus Schlimmeres. Selfies zum Beispiel.


  27. Warum machst Du bei dieser Nummer mit? (ebd.)
    Aus der selben Begründung, die junge Frauen angeben, warum sie sich für den Playboy ausziehen: Ich will meinen Enkeln zeigen können, wie toll ich mal gewesen bin. Achja! Und aus Geltungsdrang.


  28. Wie löst Du zwischenmenschliche Konflikte? Offensiv, defensiv oder gar nicht? (ebd.)
    Das hängt stark davon ab, in welcher Position ich mich befinde und um welche Art konflikt vorliegt. Ich halte viel von Fakten und wenn ich den Eindruck habe, dass mir jemand auf einer irrationalen Ebene blöd kommt, die aber eine Diskussion auf sachlicher Ebene verlangt, bleibe ich sachlich. Generell muss ich nicht immer Recht behalten, aber will fair behandelt werden, weshalb ich prophylaktisch in die Defensive gehe. Vermutlich um zu vermeiden, dass ich aggressiv wirke. Ich höre mir Dinge an und nehme dazu Stellung. Konflikte gar nicht zu lösen, halte ich für falsch und in vielerlei Hinsicht ungesund. Ungesund für die zwischenmenschliche Beziehung, denn beide Parteien vergessen Spannungen nicht einfach, und ungesund für sich selbst, denn die Psyche vergisst Spannungen auch nicht einfach.


 

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25 Kommentare

  1. Hey Manuel,

    ich habe mich brav durch die Beantwortung der umfangreichen Fragesammlung gekämpft und rate mal, woran ich letztlich hängen geblieben bin?

    Unter Punkt 22 erwähnst du (meines Wissens, obwohl ich für meine selektive Vergesslichkeit auch gelegentlich dankbar bin) erstmalig: „meine Frau, die in unserer Wohnung lebt“ und nicht wie sonst „der Frau, die in unserer Wohnung lebt“.
    Die kleinen Details sind es, die die Texte lesenwert machen, oder nicht? 😉

    Gefällt 3 Personen

  2. Ich war dann wohl auch gemeint mit denen, die vermuteten, der Seppo und Du, Ihr würdet Euch kennen…
    Und Gemeinsamkeiten, ja, die sehe ich beim Lesen Eurer Blogs, aber dennoch sind sie sehr verschieden und ich würde behaupten, dass ich immer genau wüsste, von wem von Euch der Text ist, auch wenn es nicht dabei stünde *Pokerface aufsetz*
    Wie auch immer; die Antworten gefallen mir sehr gut – den Lacher konnte ich heute gut gebrauchen.
    Danke dafür 🙂

    Gefällt 2 Personen

  3. Da waren jetzt nicht nur ausgesprochen amüsante, sondern zum Teil auch sehr tiefsinnige Antworten! Chapeau! Ich wusste gar nicht, dass man die SBA2016 auch ernsthaft …. aber lassen wir das.
    Bild 18 ist natürlich empörend -pfui! Während die 22: wird es das als Fortsetzungsroman geben?
    Zur 10 muss ich im Namen meiner felinen Mitbewohner anmerken, dass du Glück hast, dass die Katzen noch keine Gewerkschaft gegründet haben. De facto ist es aber so, dass die Katzen „ihre“ Menschen ja noch nicht einmal ignorieren. Also prallen Beleidigungen eigentlich nicht an ihnen ab, sondern zerplatzen schon ein paar Millimeter vor ihren hoch erhobenen Näschen wie Seifenblasen. Aber aufgrund deines zoologischen Wissens ist dir das ohnedies hinlänglich bekannt.
    Die 9 in Verbindung mit 10 ruft allerdings alle Vegetarier und Veganer auf den Plan! Zumindest die weiblichen, weil die Männer und Lesen – also wenn es ein Mann sagt, muss ja etwas dran sein. Und von „sinnerfassend Lesen“ war ja noch gar nicht die Rede … Sinnerfassend Reden wäre dann die nächste Kategorie, aber das ist so gar nicht mein Spezialgebiet.
    Ach ja, wenn die 5 zum fixen Morgengebet erhoben wird, wissen wir, wem wir es zu verdanken haben – also schon einmal Danke! 🙂

    Gefällt 2 Personen

    • Ich gehe davon aus, dass sich die Seppokratie als demokratische Diktatur durchsetzen wird. Insofern wird Nr. 5 garantiert eines Tages in allen Schulen und Betrieben sowie Kirchen Pflicht sein.
      Ob aus der 22 ein Fortsetzungsroman wird, darüber muss ich noch nachdenken. Und vor allem muss ich darüber nachdenken, ob ich darüber nachdenken möchte. Ich werde bei Trunkenheit zwar anhänglich, aber ich habe meine Grenzen. 😉

      Gefällt 1 Person

    • Zumindest war es bis vor wenigen Jahren nicht salonfähig, derartig gegen Fremde und Fremdes zu hetzen, wie es derzeit geschieht. Also wird man bis dahin verstanden haben, was falsch gemacht wurde.

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