Wo soll das noch hinführen?

Es gibt ja so Momente, in denen man sentimental wird. In denen man sich auf lange zurückliegende Zeiten besinnt. Was war man frei? Was war man wild und voller Träume? Es war eine Zeit des Aufbruchs. Lange ist es her, aber alles ist noch so präsent. Wie der Moment damals, als ich diesen sogenannten „Blog“ gründete. Dampfbloque nannte ich ihn lächerlicherweise. Nach meinem ersten Beitrag schnellten die Zugriffszahlen innerhalb nur weniger Tage auf einen Wert im oberen einstelligen Bereich. Nachdem der Autor nach dieser Schöpfung dringend eine Auszeit benötigte, zog er sich knapp zwei Monat zurück, um die stark dezimierten Energiereserven wieder aufzubauen. Es ist ein stressiges Leben. Der Erwartungsdruck ist hoch. Der zu diesem Zeitpunkt einzige Leser verlangte nach Lesestoff; eine nicht zu unterschätzende Aufgabe. Um die Erwartungen nicht gleich wieder in allzu hohe Sphären zu heben, sollte das Projekt Dampfbloque langsam anlaufen.

Folgerichtig wurden im Oktober 29 Beiträge veröffentlicht.

Ich weiß nicht, warum ich mir diese Schlagzahl antue, aber aus irgendeinem Grund ist da a) viel zwischen meinen Ohren, was nach digitaler Streuung giert und/oder b) viel im Alltag, was zwischen meine Ohren möchte und von dort aus nach digitaler Streuung giert.
Es kommt aufs Selbe hinaus. Nicht aufs Gleiche. Denn das wäre was anderes, nur halt genauso.  Sprache ist manchmal schon witzig. Auf jeden Fall habe ich – ohne es zu merken – gestern meinen 50. Beitrag veröffentlicht. Ich wollte gerade mal schauen, wieviele Seiten das in MS Word wären, aber Firefox ist aktuell nicht mein Freund und verweigert mir das schnelle Laden von 50 Links in 50 verschiedenen Tabs. Im selben geht es auch nicht. Aber weil viele Artikel über 1 000 Worte – häufig sogar verschiedene – enthalten, überlege ich, alle Dampfbloque-Beiträge auszudrucken, binden zu lassen und meinem betreuenden Professor als Masterarbeit vorzulegen.
Eine positive Bewertung würde kurioserweise nicht einmal am Inhalt der Arbeit scheitern, sondern am Prüfungsamt, das die Arbeit wegen des zu großen Umfangs nicht annehmen würde.

Also bleibt das hier doch eher ein privates Unterfangen mit Ambitionen, der meiste Blog der Welt zu werden.

Was auch immer das bedeuten mag.

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6 Kommentare

  1. So eine kumulative Masterarbeit hätte doch was, bei Dissertationen geht das schließlich auch.

    Und was den Umfang angeht: meine Erfahrung mit derartigen Arbeiten ist, dass die meisten Schreibenden das Weglassen nicht können. Es mag hart sein, die eigenen geistigen Ergüsse in die Tonne zu kloppen, aber nicht alles was man gemacht oder geschrieben hat, muss da am Ende auch drin stehen. Die wenigsten von uns arbeiten auf Anhieb druckreif. Also lieber so eine Art Best-of-Album abgeben. Gutachter mögen es nicht, wenn sie zu viel lesen müssen.

    Gefällt 1 Person

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