Warum ich lieber dumm bleibe

2016-03-27 01.11.48

Hier sitze ich und trinke alkoholfreies Weizenbier. Ein Hefeweizen. Ein alkoholfreies Weißbier. Ich weiß nicht, welche Bezeichnung zutrifft. Es ist ein Bier, das sich durch fehlenden oder verschwindend geringen Alkoholgehalt auszeichnet und von Erdinger hergestellt wird. Weil es in Fitnesskreisen en vogue ist, seine Getränke durch den Zusatz eines Zusatzes zu verhunzen, habe ich neben eines Elferkastens alkoholfreier Weizenplörre einen Liter Bananensaft gekauft. Vor einigen Jahren gab es noch keine Elferkästen. Eine Wahnsinnsinnovation, die vor allem für eines gesorgt hat: Es werden heutzutage mehr Elferkästen gekauft. Für unseren Haushalt ist diese Erfindung sinnvoll, weil wir reichlich selten Alkohol trinken. Wenn es doch mal so weit kommt, passiert das selten zuhause sondern auf Feiern. Problematisch ist es, wenn ich irgendwann anfange, Rotwein zu trinken, während ich den Abend bis dahin mit der Leerung diverser Beck’s Gold-Flaschen verbrachte. Nach zwei Gläsern Wein sollte man mich in eine Ecke stellen und genauestens im Auge behalten, damit ich nicht noch ein drittes Glas konsumiere. Zumal ich irgendwann übermütig werde und mich intensiv mit meinen Mitmenschen austausche. Ob die das wollen oder nicht.

Neulich habe ich erfahren, dass jemand Rotwein und Rum-Cola kombiniert. Nacheinander. Bei dieser Mischung würden bei mir recht flott die Funzeln in der Dunstkiepe erlöschen. Aber weil wir ja recht selten Alkohol trinken, sitze ich hier und trinke alkoholfreies Bier aus einem Elferkasten. Das ist eventuell wichtig, damit nachher niemand sagen kann: „Ach, der war besoffen, als er das geschrieben hat.“  (Bis jetzt fällt mir zwar kein Grund ein, warum das jemand denken sollte, weil ich nicht weiß, wohin mich dieser Beitrag treibt, aber vorzubauen ist oft weise.)

Allenfalls die Kohlensäure sorgt für leichten Adrenalinausstoß, weil ich zu schnell trinke und kurzzeitig in Panik gerate, weil ich befürchte, zu ersticken. Ich ersticke nicht. Alles andere als mein Fortbestehen hätte mich auch gewundert, denn schließlich wird dieser Beitrag veröffentlicht. Wer über etwas schreiben kann, hat dieses Etwas überlebt. Das erinnert mich daran, dass ich beizeiten mal mein Testament verfassen sollte, damit das, was hier noch unfertig als Entwürfe lagert, posthum seinen Weg an die Öffentlichkeit findet, sollte ich nicht eines Tages doch an Kohlenäure ersticken. Die Öffentlichkeit muss erfahren, was ich Unglaubliches herausgefunden habe. Auch ich muss es erst erfahren, aber dann wird das Staunen unendlich sein. Auch bei mir.

Die Öffentlichkeit ist so eine Sache. In einem Kommentar unter meinem Beitrag Intolerant gegenüber Intoleranzen(der sich im Übrigen insgesamt recht subtil und nur am Ende konkret mit dem Titelthema befasst) wurde die Meinung deutlich, dass Menschen im Kollektiv zur Dummheit tendieren. Schwarmintelligenz vs. Schwarmdummheit. Da ist was dran. In den vergangenen Tagen habe ich immer mal wieder darüber nachgedacht und kam zu dem Ergebnis, dass es häufiger zu negativen Handlungen kommt, wenn Menschen in großer Menge etwas tun. Warum das so ist oder es mir so vorkommt, müssen andere klären. Mit einem ganzen Liter alkoholfreiem Hefeweizen/Weißbier/Weizenbier plus Bananensaft intus bin ich dazu nicht mehr in der Lage.

Was aber passiert, wenn viele Menschen irgendetwas tun, sieht man aktuell an Wahlergebnissen und Kommentaren unter Presseartikeln, die sich mit Politik befassen. Nun muss ich sagen, dass ich politisch alles andere als aktiv geschweige denn überdurchschnittlich bewandert bin. Ich behalte das politische Geschehen halbwegs im Auge, wenn auch weniger als vor einigen Jahren noch, als man noch mehr „Typen“ im Bundestag sitzen hatte. Unabhängig des politischen Lagers. Theo Waigel, Rudolph Scharping, Joschka Fischer, auch ein Helmut Kohl oder Gregor Gysi. Letzterer ist noch da und gibt ja auch gelegentlich seinen gar nicht mal so dummen Senf zu Diskussionen ab.

Dumm hingegen wird es oft dort, wo sich Menschen mit einfachen Erklärungen abspeisen lassen oder sich eine sehr schlicht strukturierte Welt vorstellen. Es beginnt beim Sport und endet in der Politik. Jeder ist ein besserer Bundestrainer und kann im Falle einer Niederlage immer die theoretisch (!) besten Tipps geben. Was mich ein wenig irritierte, war ein Kommentar zum Weltmeistertitel 2014. Der sei nämlich nur dadurch möglich gewesen, dass Deutschland nur schlechte Gegner hatte. Woher kommt diese destruktive Sichtweise? Wie unzufrieden muss man dafür sein? Hier soll es aber nicht um Sport gehen. Es fällt mir nur gerade ein, weil im ZDF das Freundschaftsspiel Deutschland gegen England läuft und über 90 Minuten lediglich die englischen Fans zu hören sind. In einem Heimspiel das Maul nicht zum Anfeuern aufkriegen, aber anschließend umso lauter kritisiern. Das sind mir die Richtigen.

Aber richtig: Die Welt ist unfassbar einfach zu durchschauen und unterliegt simplen Mechanismen. Das lässt sich von dem oftmals viel zu hohen Ross herunter leicht behaupten.

Die RP hat heute (also gestern) bei Facebook einen Artikel zur Erklärung von Bundesinnenminister De Maizières Äußerung nach der kurfristigen Absage des Länderspiels im vergangenen Herbst ausgegraben. Über dem Artikel, der thematisiert, dass De Maizière seine Aussage von damals bereut, prangt die Frage, ob die Leser verunsichert gewesen seien. In den Kommentaren offenbart sich der kollektive Zynismus unserer Gesellschaft. Und der erklärt auch, warum so viele Menschen an den rechten Rand getrieben werden, wo die AfD mit offenen Armen und gigantischen Trugschlüssen jene empfängt, die ihren Egozentrismus als Modell für einen Staat für realisierbar halten. Wie wenig die AfD in der Lage ist, einer schlüssigen Argumentation oder der politischen Realität standzuhalten, zeigte Ursula von der Leyen bei Anne Will, als sie Beatrix von Storch „einfache und banale Antworten“ zu komplexen Themen unterstellte. Wie wenig das Bewusstsein der AfD und ihrer Anhänger mit der Realität zusammenpasst, zeigte hingegen das eigene Wahlprogramm, das die Verstaatlichung der Medien vorsieht. Mal ganz abgesehen davon, dass uns die Zentralisierung der Medien unangenehm bekannt vorkommen sollte: Ist das nicht genau der Punkt, den die AfD der Regierung vorwirft? Dass sie die Medien steuere? Wenn dem so wäre, ist dieser Punkt im Wahlprogramm überflüssig, weil schon real.

Traurigerweise fügen sich allzu viele Menschen ihre Realität wie ein Puzzle mit den für sie angenehmsten – weil nachvollziehbar(st)en – Teilen zusammen. Das zeigen die Kommentare unter dem Artikel der RP. Da ist die Rede davon, dass man nicht verunsichert gewesen sei, man vielmehr darin bestätigt wurde, dass De Maizière eine „inkompetente Flachpfeife“ sei. Man unterstellt ihm „hohles Gelaber“ und kommt zu dem Schluss, dass man uns „für blöde verkaufen“ möchte. Dass wir von der Politik belogen werden, ist ja ein gern bemühter Topos. Man wittert Skandale und vermutet dahinter System. Das System. Das System ist der Feind des Menschen. Mir wird bei solchen Kommentaren manchmal übel, weil sie die Realität verkennen. Und die sollte man tunlichst bei allem in seine Überlegungen einbeziehen.

Teile der Bevölkerung „wissen“ zu viel, ohne wirklich etwas zu wissen. Man „weiß“, dass Merkel dieses Land in den Ruin treiben wird. Man „weiß“, dass die Flüchtlingskrise völlig falsch angepackt wird. Man „weiß“, dass wir in diesem Land furchtbare Zeiten durchleben müssen. Man „weiß“, wie der Hase läuft. Politik ist einfach. Das wäre sie tatsächlich, wenn man sich isolieren möchte. Ich bin davon überzeugt, dass allgemeine Hysterie ausbrechen würde, wenn die Bevölkerung über jedes Detail des politischen Geschehens informiert würde. Die Äußerung von De Maizière im vergangenen Herbst war sicherlich den kommunikativen Aspekt betreffend Schrott. Aber wer glaubt, dass wir sämtliche Informationen ungefiltert erhalten, ist naiv.

Ich halte es für durchaus sinnvoll, dass man mir nicht jeden Einsatz gegen Terrorismus im Inland mitteilt, weil er mich tatächlich verunsichern würde. Inhaltlich war De Maizières Äußerung einwandfrei. Politik ist so komplex, dass ich froh bin, dass ich mich nicht darum kümmern muss. Internationale Beziehungen sind mit Sicherheit nicht einfach und erfordern garantiert stabile Nerven. Nerven, die ich bei denjenigen, die sich über die vermeintliche Einfachheit des politischen Alltags („Man müsste doch einfach nur…!“) auslassen, nicht sehe. Die würden den einfachen Weg wählen. Der ist aber zu häufig nicht zielführend. Also arbeitet man an Beziehungen und Lösungen zu politischen Aufgaben. Das ist vielleicht anstrengend, aber sinnvoll. Und weil es so kompliziert ist, sind es eben die Politiker, die sich mit Politik beschäftigen, und nicht die laut plärrende Masse.

Viel zu wissen bedeutet auch, viele Gründe zu haben, die jemanden in Angst versetzen könnten. Sei es aus Unwissenheit, wie man mit diesem Tatsachen umgehen muss oder der Erkenntnis, dass täglich eben viel mehr passiert, als wir denken. Aus diesem Grund bin ich ganz froh, dass ich in Bezug auf viele Einzelheiten, die unser Leben betreffen, im Unklaren gehalten werde. Sollen sich diejenigen darum kümmern, die sich damit auskennen. Ich traue mir nicht zu, mit meinem gefährlichen Halbwissen die richtigen Entscheidungen zu treffen und bezweifle, dass die Bevölkerung als Kollektiv mit allen zur Verfügung stehenden Informationen umgehen könnte. Und ich persönlich will auch gar keine Entscheidungen treffen müssen, weil es sich teils um ethische handelt. In diesem Punkt kann man unserer Regierung übrigens nicht das Geringste vorwerfen. Denn in der Flüchtlingsthematik sind wir ethisch meines Erachtens auf der absolut richtigen Seite. Darüber hinaus spricht nicht das Geringste gegen die Aufnahme von Flüchtlingen, die man nicht einmal sieht. Das sind nämlich – wer hätte das gedacht? – Zweibeiner und die fallen nicht auf. Verschiedene Hautfarben prägen seit ich denken kann unser Leben und ich finde das nicht einmal bemerkenswert. Es ist normal. Im Alltag registriere ich es nicht.

Die AfD beispielsweise sieht das anders. Löst Probleme mit Schießbefehlen und abenteuerliche Aussagen mit hanebüchenen Erklärungen. Einfach, schlicht, ganz oberflächlich. Mehr braucht es nicht, um diejenigen ruhigzustellen, die der Meinung sind, durch Bürgerwehren eine vermeintlich schlechte Politik kompensieren zu können. Das halte ich im Übrigen für einen Auswuchs der Hysterie: den eigenen status quo als schlechter wahrzunehmen, als er ist.

Das wird am heutigen Ostersonntag vielfach aus den Gehirnen mit hochgradig paradoxen Gedanken verdrängt werden. Nämlich dann, wenn man sich ausnahmsweise und zur Feier des Tages in ein Gebäude begibt, um jemanden anzubeten, an den man vermutlich nicht einmal mehr glaubt. Und man lässt sich von seiner eigenen Seligkeit betäuben und vergisst dabei, dass das, was man denkt und ausspricht, nicht im Geringsten mit den christlichen Glaubensprinzipien zusammenpasst, die man im Vaterunser vor sich hin brabbelt. Und später in der Woche wird wieder gewusst. Gewusst, wie man ein Land lenkt. Gewusst, was alles in Wirklichkeit hinter unserem Rücken in diesem Land gedreht wird. In einem Land, in dem wir alle doch relativ unspektakulär und behütet unser Dasein fristen. Wenn das ein Nebeneffekt dessen ist, dass man uns Informationen vorenthält, weil wir andernfalls verunsichert wären, bleibe ich lieber dumm.

Das erscheint mir persönlich sogar schlauer.


Ebenfalls dumm: Facebook. Schlau, wer es zu nutzen weiß.

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17 Kommentare

  1. Zwischen Frühstück und kochen mit Sohn (45Tage zu Besuch hier – große Freude, da sonst 400 km weit weg) und zwar ein köstliches Roastbeef (sous vide), Rote-Bete-Carpaccio Süßkartoffelpüree – lese ich deinen Beitrag. Gerade am Ostersonntag freuen sich alle auf ein gutes Stück Fleisch, jedenfalls wir „Allesfresser“ ;.D

    Du hast dir Gedanken gemacht zu Themen, die auch mich „umtreiben“ und ich finde deine Gedanken gut, d.h. ich teile viele derselben, obwohl ich viel länger auf dieser Welt bin und schon völlig andere politische Zeiten erlebt habe. Man denke an die RAF, die damals das ganze Land verunsichert hat. Ach, ich schweife ab.

    Was das alkoholfreie Weizenbier angeht, ist es eben durchaus eine gute Alternative für Autofahrer, die sich hierher zu uns einmal monatlich zum Spieleabend aufsuchen. Skat und Canasta bei alkoholfreiem Bier. Früher war’s lustiger – mit Alkohol, aber die Zeiten ändern sich und wir sind ja auch älter geworden und schlauer.
    So, die Küche ruft und ich wünsche dir noch einen schönen Ostersonntag und -montag! LG Sigrid

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  2. Beim Blick auf den Bananensaft fiel mir sofort ein Interview mit einem ehemaligen Bundespräsidenten ein in dem es hieß, wenn er sich abends auf dem Sofa mit seiner Frau entspannen wolle, trinke er Bananensaft und sie Grauburgunder. Derselbe Ex-Bundespräsident war davor Ministerpräsident des Bundeslandes, in dem ich lebe und hat sich dem Volk so nahe gefühlt, dass er den Pförtner beim Betreten der Staatskanzlei nicht gegrüßt hat. Hat mir der Pförtner erzählt. Verrückt, welche Assoziationen der Bananensaft auslöst, oder?
    Ansonste: Dem, was du schreibst, ist nichts hinzuzufügen. Mein Schwerpunkt liegt auf dem letzten Absatz. Darum teile ich deinen Post gleich mal.
    Schöne Ostertage!

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    • Der Ex-Bundespräsident tat mir schon damals wegen des öffentlichen Nachtretens der Medien ein wenig leid, auch wenn Vorteilnahme natürlich nicht ganz die feine Art ist. Ansonsten vielen Dank und auch dir schönes Ostertage.

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  3. Ich wünsche Dir ebenfalls frohe Ostern und gebe zu, dass ich ganz froh darüber bin, dass ich nicht alles weiß, was in Deutschland gerade so vor sich geht, wenn ich mich nämlich mal darüber informiere, bin ich immer etwas erschrocken.

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    • Prinzipien und Klarsicht lassen sich aber auch gut mit der Tatsche vereinen, dass man nicht über jede Regung der Regierung Bescheid weiß. Oder betraf die Aussage über Klarsicht und Prinzipien nur die Entscheidung bzgl. des Getränks?

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      • Beides. Ich denke, man sollte bewusst entscheiden, ob man nüchtern oder sturzbetrunken sein will. Und man sollte wisse: In Organisationen gibt es bewusste Entscheidungen, unberechenbare Gruppendynamik und Zufälle. Es wird in Sitzungen unwichtiger, schädlicher Klatsch verzapft und in der Raucherecke Karrieren geschmiedet und Entscheidungen angebahnt. Und manchmal geschieht dies alles gleichzeitig bei der Weihnachtsfeier wegen der richtigen Menge Schnaps. Politik ist ein Spiel, das läuft wo immer Memschen zusammen rumhängen. Ob man sich nen Spaß draus macht, liegt an einem selber.

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      • Die große Frage bleibt, was im Bezug auf das Wissen über politische Vorgänge hinter den Kulissen als „nüchtern“ und „sturztrunken“ gilt.
        Aber worauf der Beitrag eigentlich abzielt, ist die gespielte Empörung darüber, dass uns die Politik Dinge vorenthält. Und das halte ich für sinnvoll, denn ansonsten führt „unwichtiger, schädlicher Klatsch“ zu allgemeiner Unsicherheit. Ich war lediglich erstaunt darüber, dass das manchen Menschen nicht klar ist. Es ist ja keine neue Erkenntnis, dass sich vieles hinter verschlossenen Türen ohne Mithörerschaft der Bevölkerung abspielt. Und das halte ich für sinnvoll.

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      • Interessantes und wichtiges Themengebiet, deshalb häng ich mich rein. Ich denke wir haben da ähnliche Standpunkte. Grundsätzlich: bei uns läuft wahrscheinlich genau so viel Mist, wie in jeder anderen Bananenrepublik. Der Unterschied: wir dürfen drüber jammern. Und wer meint, die Presse lügt, der soll doch erst mal selber ein lebensfähiges Medium gründen mit lesern und Anzeigenkunden. Zur Staatsgewalt behaupten, man bliebe lieber dumm, finde ich erst mal provokant. Aber auf eine Art, die Diskussion erfordert und keine einfachen Lösungen erlaubt. Insofern haste da alles richtig gemacht.

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  4. Stelle mir gerade vor, wie gewisse Leute sich beschweren würden, wenn die Zeitung aus fünf ausführlichen Sitzungsprotokollen bestehen würde… Es ist zumindest in der Schweiz so, dass jeder Bürger das Recht hat, bei den Versammlungen von National-, Kantons- oder Gemeineräten dabei zu sein und zuzuhören. Man muss lediglich einen Ausweis zeigen und durch einen Metalldetektor gehen. Das haben wir auch mit der Schule mal gemacht. Aber sonst… Es ist einfach so, dass dort oft extrem trockene Themen diskutiert werden und über die brisanten sowieso abgestimmt wird. Ich habe schlicht und einfach nicht die Zeit, mich mit irgendwelchen Verordnungen zu befassen, und dem Grossteil der Bevölkerung geht es genauso.

    Ich beobachte heutzutage auch ein bisschen den Anspruch, bei einem Thema in fünf Minuten durchzusteigen. Es sollte alles möglichst klar, kurz und einfach präsentiert werden (auch Abstimmungsthemen. Die Partei, die die Masseneinwanderungsinitiative lanciert hat, ist sehr gut mit einprägsamen Parolen. Die Info-Heftchen des Bundes sind oft in Beamtendeutsch geschrieben und werden deswegen auch kritisiert). Grundsätzlich ist eine Zusammenfassung ja nicht schlecht, da man sich nicht in alles detailliert einlesen kann. Problematisch wird es erst, wenn den Leuten nicht bewusst ist, dass sie ein Halbwissen besitzen. Und dann mit einer verkürzten Darstellung be- und verurteilen. Beispiele dafür sind Vorurteile, die extrem mühsam sein können. Besonders, wenn man damit in einer Schublade landet, in der man nicht sein möchte.

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